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Raumbach in Vergangenheit und Gegenwart

Wann und von welchem Volksstamm die erste Ansiedlung im Raumbachtal erfolgte, entzieht sich unserer Kenntnis. Bodenfunde aus der Zeit der keltischen Besiedlung des Glan-Nahe-Raumes lassen darauf schließen, daß schon einige Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung Menschen in Einzelhöfen unsere Heimat bewohnten. Es waren keine Nomaden mehr, sondern seßhaft gewordene Bauern, die den Boden bearbeiteten, Viehzucht trieben und es verstanden, Werkzeuge und Gegenstände des täglichen Gebrauchs aus Bronze, Eisen und Ton selbst herzustellen. Zum gegen die aus dem Osten immer wieder anstürmenden germanischen Völkerschaften legten sie Ringwälle vor ihren Fliehburgen auf Bergkuppen an. Ein solcher Ringwall soll sich auf dem Raumbberg befunden haben. Die Besiedlung des Landes erfolgte auf den Höhen, bzw. am Berghang, da die Täler meist versumpft waren und bei Hochwasser eine Gefahr für Menschen und Haustiere bedeuteten.

Die Römer im Glantal
Als im ersten Jahrhundert v. Chr. die Römer Gallien und damit auch die Rheinlande eroberten, wurde die keltische Sprache durch das Lateinische verdrängt, und mit den römischen Legionen, den römischen Kaufleuten, Handwerkern und Bauern hielt die römische Kultur ihren Einzug in Gallien und damit auch in die keltischen Stammesgebiete auf dem linken Rheinufer. Zahlreiche Römersiedlungen entstanden aus römischen Heerlagern, und die vorgeschichtlichen Pfade wurden jetzt zu festen Straßen, zu Römerstraßen ausgebaut. Die an Meisenheim vorbeiführende Römerstraße, das Römerdenkmal in Schweinschied, der Viergötterstein vön Löllbach, der Odenbacher Merkur, römische Münzen, Glas- und Töpferwaren (terra sigillata) und Grabdenkmäler von Legionären erinnern an die Römerzeit unserer Heimat.

Die Völkerwanderung
Die Völkerwanderung und die Bedrohung Italiens und der Stadt Rom durch die germanischen Stämme im Jahre 410 sind der Grund für die Räumung der Rheinlande und damit der Provinz Gallien durch die römische Militär- und Zivilverwaltung. Das römische Erbe übernahmen in unserem Raum zuerst die Alemannen, nach der Schlacht bei Zülpich im Jahre 496 die Franken. Die lateinische Sprache hörte auf, Amts- und Umgangssprache zu sein, sie wurde von einer germanischen Sprache, dem Fränkischen, abgelöst. So wie sich die kletische Urbevölkerung mit den Römern vermischt hatte, so gingen später die zurückgebliebenen römischen Volksteile in den Franken auf.
Von den Höhen des Hunsrücks bis weit in die Pfalz hinein erstreckte sich in fränkischer Zeit der Nahegau. Im Laufe der Zeit erfolgte eine Teilung der Grafschaft und es entstanden die Wildgrafen, die Gaugrafen, die Rheingrafen, die Grafen von Veldenz, die Kyrburger und die Dhauner Linie.

Neue Siedlungen
Da die Bevölkerungszahl allmählich wuchs, war es nötig, Wald zu roden, Ackerland zu gewinnen und damit neue Lebensmöglichkeit für Siedler zu schaffen. So entstand zunächst ein Einzelhof an einer Quelle, zu dem nach und nach unter günstigen Voraussetzungen weitere Bauernstellen hinzukamen, und daraus entwickelte sich dann eine dörfliche Siedlung.
In Raumbach waren die günstigen Voraussetzungen zunächst nicht gegeben: ein allzu enges Tal, das Fehlen einer bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit befahrbaren Straße boten keine Möglichkeit, die im Taleingang und Talausgang liegenden Gehöfte zu einer Einheit in kurzer Zeit zusammenwachsen zu lassen. Erst 1846 wurde eine befestigte Straße, die "Provinzialstraße Meisenheim - Martinstein", gebaut und damit eine im ganzen Jahr sichere Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen geschaffen.

Die Reformation
Unter Herzog Ludwig II. erfolgte im Jahre 1526 im Herzogtum Pfalz-Zweibrücken die Einführung der Reformation, wodurch auch die Bewohner von Raumbach dem neuen Glauben zugeführt wurden. So ist auch zu erklären, daß am Ende der Reformation Unter- und Oberraumbach eine rein evangelische Bevölkerung hatten. In dieser Zeit (1558) entstand auch die evangelische Kapelle, nachweislich das erste Gotteshaus in Raumbach.
Unter dem Pfalzgrafen Wolfgang erlebte das Land eine wirtschaftliche Blüte. Bergleute kamen aus Tirol, um die Bodenschätze in Obermoschel, am Moschellandsberg, am Lemberg und Stahlberg zu heben. Da Herzog Wolfgang den ins Land gerufenen Fachleuten Religionsfreiheit gewährte, kamen auch katholische Bürger nach Raumbach. Weitere Katholiken sind in Kriegszeiten als Angehörige fremdländischer Heere infolge von Verwundungen in Raumbach zurückgeblieben und hier seßhaft geworden. Namen wie Golsong, Sottong, Ellrich sprechen ein deutliche Sprache.

Spanier und Franzosen in Raumbach
Zwei Jahre nach Ausbruch des 30jährigen Krieges kamen spanische Truppen unter Führung des berüchtigten Spinola nach Meisenheim. Da die Stadt Meisenheim aus eigener Kraft die geforderten Kriegskontributionen nicht aufbringen konnte, wurden auch die umliegenden Dörfer von den Spaniern gebrandschatzt.
Kaum waren die Spanier abgezogen, kam 1624 ein noch furchtbarerer Feind ins Land: die Pest. Wie groß die Menschenverluste in Raumbach waren, konnte nicht festgestellt werden. In Meisenheim allein wurden im Mai 45 Todesfälle registriert. Die Not war so groß, daß im Laufe des Sommers aus Mangel an Holz keine Särge mehr gemacht werden konnten. Es war die Zeit der Gegenreformation, die großes Leid über die Bevölkerung brachte und den Wohlstand von Meisenheim und der dazugehörigen Dörfer durch Kriegsereignisse, Raub, Plünderung, Krankheiten und Intoleranz vernichtete.
Die Kriege Ludwigs XIV., die für Frankreich die Rheingrenze schaffen sollten, trafen besonders hart die Pfalz. Zwar blieben die Stadt Meisenheim und ihre Nachbardörfer von einer völligen Zerstörung verschont, aber die Armut war so furchtbar, daß in vielen Dörfern keine Kuh mehr im Stall blieb.
Als 1815 das Zeitalter Napoleons endgültig zu Ende ging, erhielten die Preußen die Rheinlande. Das Oberamt Meisenheim kam unter Verwaltung der Landgrafen von Hessen Homburg, um schließlich 1866 an Preußen angegeliedert zu werden. Die neuen Machthaber bemühten sich, die Kriegsschäden zu heilen und die Verwaltung neu zu ordnen.

Hessisch-Homburgische und Preußische Herrschaft
In die Zeit der Hessisch-Homburgischen Herrschaft fallen drei Ereignisse von weittragender Bedeutung:
1. das Schuledikt des Landgrafen Ludwig Wilhelm von 1838
2. die Anlage des neuen Friedhofs in den Jahren 1832-1843
3. der Bau der Provinzialstraße durch Raumbach im Jahre 1846.
Mit der Eingliederung des Oberamtes Meisenheim in den Preußischen Staat im Jahre 1866 wurden die Raumbacher preußische Staatsbürger. 1901 wurde die Konfessionsschule, gewissermaßen als Bindeglied zwischen Ober- und Unterraumbach, ihrer Bestimmung übergeben. In diese Zeit fällt auch der Bau der Glantalbahn. Zahlreiche Raumbacher Bürger fanden bei der Bahn Arbeit und Brot für sich und ihre Familien.

Erster und Zweiter Weltkrieg
In der Zeit um die Jahrhundertwende hatte jeder im Dorf sein Auskommen. Aus dieser Ruhe wurde 1914 das Dorf durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges aufgeschreckt. Die Namen der Gefallenen an der Raumbacher Schule sprechen eine deutliche Sprache und lassen nur ahnen, wieviel Leid durch den Krieg über das friedliche Dorf gekommen ist.
Trotz aller Geldeinbußen entschloß sich der Gemeinderat wenige Jahre nach der Inflation zum Bau einer Wasserleitung, die schließlich im Jahre 1931 verwirklicht werden konnte.
Kaum waren die Wunden des ersten Krieges vernarbt, als 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach und erneut großes Leid über Raumbach brachte. Von den Kriegszerstörungen blieb das Dorf zwar verschont, aber der Blutzoll, den es zahlen mußte, war furchtbar.

Jüngste Vergangenheit
Die vor dem Krieg bereits eingeleitete und nach der Währungsreform verstärkt fortgeführte Motorisierung stellte die heimische Landwirtschaft vor ganz neue Probleme. Die Zugtiere mußten den Traktoren weichen, kleinere Bauernbetriebe blieben nicht mehr lebensfähig, ihre Ernährer mußten umstellen und fanden neuen Erwerbsmöglichkeiten in Fabriken, im Baugewerbe und im Straßenbau. Der einst blühende Weinbau ging zusehends zurück. Die Zahl der bäuerlichen Betriebe sanks zusehends, die Pferde verschwanden aus dem Ortsbild, auch Ziegen und Schafe wurden nicht mehr gehalten.
Das Schicksal der Kleinbauern teilten auch die Handwerker: Schmied, Wagner, Schuhmacher und Schneider haben ihren Betrieb einstellen müssen.
Die Raumbacher Schüler werden seit 1970 in einem Schulzentrum in Meisenheim unterrichtet, wo ihnen bessere Ausbildungs- und Übergangsmöglichkeiten zu weiterführenden Schulen geboten werden.
Ein der Gemeinde dienendes Gemeindehaus, Gemeindesaal und Kinderspielplatz, eine katholische Kirche und die erbaute Einsegnungshalle am Friedhof zeugen von der ungebrochenen Kraft der Bevölkerung, ihr Schicksal zu meistern und mit den Problemen des Alltags fertig zu werden.